Hinweise gab es. Aufarbeitung lange nicht.
Am 25.09.2026 wurde der Aufarbeitungsbericht zum ehemaligen Kinderdorf „Maria in der Drucht“ veröffentlicht. Der Caritasverband Duisburg e.V. war von 1946 bis 1983 Träger der Einrichtung. Der Bericht dokumentiert sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Mindestens 38 Betroffene und mindestens 32 beschuldigte Personen wurden identifiziert. Beide Zahlen sind Untergrenzen.
Prof. Dr. Andreas Henkelmann hat Geschichte und Strukturen des Kinderdorfs untersucht. Prof. Dr. Manuela Dudeck, Dr. Judith Streb und Dr. Laura Rinser die Erfahrungen Betroffener und Zeitzeug*innen. Mein Berichtsteil 3 analysiert den Aufarbeitungsprozess des Caritasverbandes Duisburg – seinen Verlauf, seine Versäumnisse und seine Neuausrichtung.
Hinweise lagen beim Caritasverband Duisburg e.V. spätestens seit 2009 vor. Sie wurden lange als Einzelfälle verwaltet. Erkenntnisse von Caritasverband und Bistum Essen wurden nicht zu einem gemeinsamen Lagebild zusammengeführt. Die Aufarbeitung setzte verspätet ein.
Seit 2023 veränderte sich der Prozess. Dazu beigetragen haben Betroffene, personelle Veränderungen, journalistische Recherchen und öffentliche Kritik. Ein Reflexionsworkshop im März 2025 in Köln leitete schließlich eine Neuausrichtung ein.
Aus meiner Analyse leite ich elf Empfehlungen für vergleichbare Aufarbeitungsprozesse ab. Im Kern geht es um Betroffenenbeteiligung, verbindliche Verantwortung und überprüfbare Konsequenzen.
Die Ergebnisse der Analyse finden Sie hier
Den vollständigen Bericht der Analyse der Aufarbeitung des Caritasverband Duisburg e.V. finden Sie hier
Versäumte Zeit lässt sich in Aufarbeitungsprozessen nicht nachholen.
Und Verantwortung endet nicht mit der Veröffentlichung eines Berichts.
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